Solange die derzeitige Wirtschaftslage anhält und die portugiesische Regierung ihre Null-Mehrwertsteuer-Politik fortsetzt, ist damit zu rechnen, dass die Bewohner der spanischen Grenzregionen weiterhin über die Grenze reisen, um Geld zu sparen. Die Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel in Portugal hat zahlreiche spanische Einwohner aus Galizien, Kastilien und León, Extremadura und sogar Andalusien dazu ermutigt, für ihre Lebensmitteleinkäufe nach Portugal zu fahren. Dies bedeutet, dass viele Spanier jetzt von der Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel in Portugal profitieren, indem sie die Grenze überqueren, um in den Supermärkten zu sparen.
Keine Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel in Portugal
Ab April 2023 hat die portugiesische Regierung einen Mehrwertsteuersatz von Null auf 44 Grundlebensmittel eingeführt, darunter frisches, gekühltes und gefrorenes Fleisch, Fisch, Gemüse, Reis, Nudeln, Käse, Milch, Joghurt und bestimmte Früchte wie Äpfel, Birnen, Orangen und Melonen sowie Hülsenfrüchte und Gemüse, aber auch Getränke. Diese Maßnahme wurde eingeführt, um den durch die hohe Inflation im Land verursachten finanziellen Druck zu mindern, und wird vorbehaltlich vorläufiger Bedingungen bis Ende Oktober gelten. Bei einigen Produkten wurden bereits Preissenkungen zwischen 6 und 19 % vorgenommen.
Spanische Einwohner kaufen in Portugal ein
Infolgedessen hat sich in den spanischen Städten nahe der portugiesischen Grenze, insbesondere in der nordwestlichen Region Galizien, aber auch in anderen Landesteilen nahe der portugiesischen Grenze, ein neuer Trend herausgebildet: Einwohner Spaniens reisen nach Portugal, um dort Lebensmittel einzukaufen und von den durch die Mehrwertsteuersenkung reduzierten Preisen zu profitieren.
Wieviel billiger ist es, in Portugal im Vergleich zu Spanien einzukaufen?
Um die Supermarktpreise zu vergleichen, haben die spanischen Medien die harte Arbeit für uns erledigt. La Sexta, ein spanisches Nachrichtenmagazin, hat einen Vergleichstest von Supermarktwaren in Galizien und jenseits der Grenze in Valença do Minho, Portugal, durchgeführt. Dabei stellte sich heraus, dass der portugiesische Supermarkt einen um 26,5 % niedrigeren Preis anbot.
Ein anderer spanischer Sender, Antena 3, führte ebenfalls einen Preistest durch und verglich die Kosten für einen Liter Milch, Hühnchen, einen Laib Brot und drei Orangen in einem portugiesischen Supermarkt, die sich auf 5,37 € beliefen. Im Gegensatz dazu verlangte ein Supermarkt in Tui, Pontevedra, 8,50 € für die gleichen Artikel, was einen Unterschied von über 3 € ergab.
Inflation in Spanien: Was wird in 2023 geschehen?
Vorläufige Daten des spanischen Statistikamtes (INE) deuten darauf hin, dass die Inflationsrate des Landes im März auf 3,3 % im Jahresvergleich gesunken ist, gegenüber 6 % im Februar. Damit ist dies die niedrigste Rate unter den wichtigsten Volkswirtschaften der Eurozone.
Obwohl die Inflation zu sinken scheint und die spanische Regierung die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel gesenkt hat, sind die Preise in Spanien weiter gestiegen. Laut INE-Statistiken waren die Preise im Februar um 6 % teurer als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wobei die Lebensmittelkosten im letzten Jahr um 16,6 % gestiegen sind, was die höchste Jahresrate seit Januar 1994 darstellt. Solange dieser Trend anhält und die portugiesische Regierung ihre Null-Mehrwertsteuer-Politik beibehält, ist zu erwarten, dass die Bewohner der spanischen Grenzregionen weiterhin nach Portugal reisen werden, um von den niedrigeren Preisen zu profitieren.