Ausländer „verliebt“ in Spanien: Der Hauskauf durch Ausländer wird im Sommer zunehmen
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Nach Angaben des Verbands der Grundbuchämter haben die Immobilienkäufe durch ausländisches Kapital Rekordhöhen erreicht und machten im Jahr 2023 fast 15 % der Gesamtzahl der Transaktionen aus. Spanien ist für Ausländer weiterhin ein attraktives Land, sodass für dieses Kundenprofil auch im Sommer viele Immobilientransaktionen und ein Wachstum in der Sommersaison zu erwarten sind, so die von idealista/news befragten Experten

In wirtschaftlicher Hinsicht sind die Auswirkungen beträchtlich, wenn man bedenkt, dass ein aktueller Bericht des spanischen Bauträger- und Bauunternehmerverbandes und des Beratungsunternehmens PwC feststellt, dass der Erwerb von Wohneigentum durch Ausländer im Jahr 2022 einen Beitrag zum BIP in Höhe von 6.351 Millionen Euro leistete, wovon 1.758 Millionen Euro auf Neubauten entfielen.

Anna Puigdevall, Geschäftsführerin von ANAI und Schatzmeisterin von FIABCI Spanien, erklärt, dass Ausländer weiterhin Immobilien in Spanien kaufen und im ersten Quartal des Jahres ein Anstieg im Vergleich zum letzten Quartal 2023 zu verzeichnen war. „Und im Sommer gibt es immer einen Anstieg auf dem Zweitwohnungsmarkt, daher erwarten wir, dass die Daten von 2023 erneut übertroffen werden.“

Laut den Daten von idealista/hipotecas (dem Hypothekenmakler von idealista), die im Jahresbericht 2023 von idealista/hipotecas erhoben wurden, waren unter den Nichtansässigen, die im Jahr 2023 die meisten Hypotheken unterzeichneten, Briten, Deutsche, Schweizer und Amerikaner. Auf die Briten entfielen 15,5 % der Gesamtzahl. Dicht darauf folgten die Deutschen (14,1 %) und die Schweizer ergänzten die „Top 3“ (9 %).

Die Hypothekenkonditionen für Nichtansässige sind etwas restriktiver, da das von der Bank übernommene Risiko höher ist. Anstatt bis zu 80 % des geschätzten Immobilinewerts abzudecken, senken die Institute den Betrag auf 70 % und in manchen Fällen sogar auf 60 %, was eine höhere Spareinlage erfordert.

Der Sommer ist eine gute Zeit zum Kaufen

Für Puigdevall zeichnet sich bei dieser Art von Verkäufen ab, dass sie weniger saisonabhängig werden, doch im Sommer in den Küstenregionen zunehmen. „Dennoch ermutigen wir in Zeiten wie diesen, Transaktionen abzuschließen, denn jetzt ist ein guter Zeitpunkt zum Kaufen.“

Die Gegenden mit der höchsten Anziehungskraft

Puigdevall konzentriert sich auf die Regionen Valencia, Andalusien, Murcia, die Kanarischen Inseln und Katalonien, die für Ausländer am attraktivsten sind. Nach den Daten von idealista/hipotecas entfielen 27 % aller Transaktionen von Ausländern, die im Jahr 2023 ein Haus kauften, auf die Autonome Gemeinschaft Valencia, der Rest auf Andalusien und Katalonien mit jeweils 16 %.

Der Mittelmeerraum sticht nicht nur hinsichtlich der Anzahl der unterzeichneten Transaktionen hervor, sondern ist auch der Ort, an dem sich das höchste Volumen an Hypothekenanträgen für den Kauf von Eigenheimen durch Ausländer konzentriert. In diesem Fall entfallen 28,2 % auf die Valencianische Gemeinschaft, während Andalusien den zweiten Platz (20,7 % der Gesamtzahl) und Katalonien den dritten (14,7 %) einnimmt. Die Kanarischen Inseln (9,48 %), Madrid (9,43 %) und die Balearen (5,36 %) sind die nächsten wichtigen Regionen in der Rangliste.

Neue Nationalitäten interessieren sich für Immobilien

Die Geschäftsführerin von ANAI merkt an, dass die Briten zwar immer noch jene Nationalität sind, welche die meisten Immobilien kauft, ihr Anteil aber in letzter Zeit zurückgegangen ist, während die Belgier und Deutschen aufholen. „Wir sehen auch einen deutlichen Anstieg bei den Amerikanern, obwohl ihr Gewicht in absoluten Zahlen immer noch gering ist.“

Was das Käuferprofil betrifft, so zeigt die Momentaufnahme von idealista/hipotecas das einer 41-jährigen Person, mit einem durchschnittlichen Haushaltseinkommen von mehr als 5.900 Euro pro Monat, die ein Haus für rund 213.000 Euro kaufen möchte – ein Preis, der bis zu 20 % über dem nationalen Durchschnitt liegt. Der Mittelmeerraum ist nach wie vor am beliebtesten, während die Hypothek mit festem Zinssatz weiterhin die bevorzugte Wahl für die Finanzierung des Kaufs ist.

Eine weitere Variable ist, dass der wirtschaftliche Aufwand für den Erwerb eines Eigenheims bei 21 % liegt, vier Prozentpunkte unter dem spanischen Durchschnitt. Die Briten bleiben weiterhin die wichtigste Nationalität, wenn auch mit geringem Abstand gefolgt von den Deutschen.