Barcelona bietet bis zu 30.000 Euro für die Renovierung Ihrer Wohnung, allerdings müssen Sie diese anschließend öffentlich vermieten.
Bcn.cat

Angesichts der Wohnungskrise und da der Bestand an Sozialwohnungen nach wie vor hinter der Nachfrage zurückbleibt, wendet sich der Stadtrat von Barcelona erneut an private Vermieter – diesmal mit einem klaren Angebot: Zuschüsse von bis zu 30.000 Euro für die Renovierung von Wohnungen im Austausch dafür, dass diese in den öffentlichen Mietwohnungsbestand aufgenommen werden.

Der Rat hat ein neues Förderprogramm ins Leben gerufen, das sich an Eigentümer leerstehender oder baufälliger Immobilien richtet, die bereit sind, diese zu sanieren und anschließend zu erschwinglichen Mietpreisen zu vermieten. Damit werden zwei Ziele verfolgt: die Verbesserung des Wohnungsbestands und die Erhöhung des Angebots an Wohnungen zu Preisen unterhalb des Marktniveaus.

Die Fördermittel können bis zu 30.000 Euro pro Immobilie betragen – ein erheblicher Anreiz, um nach jahrelangem Leerstand wieder Wohnraum auf den Markt zu bringen. Förderfähig sind Arbeiten, die von vollständigen Sanierungen bis hin zu Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz, der Barrierefreiheit und der grundlegenden technischen Ausstattung reichen.

Allerdings ist der Zuschuss an Bedingungen geknüpft und mit Kompromissen verbunden. Um ihn in Anspruch nehmen zu können, müssen sich Eigentümer verpflichten, ihre Immobilie bei der Wohnungsbörse von Barcelona anzumelden, einer öffentlichen Einrichtung, die Vermietungen mit Mietobergrenzen und bestimmten Kriterien verwaltet. In der Praxis bedeutet dies, dass sie auf die Möglichkeit verzichten, die Miete frei festzulegen und Mieter selbst auszuwählen.

Im Gegenzug garantiert das Programm Mieteinnahmen, bietet Beratung und übernimmt die gesamte Vermietungsabwicklung – wodurch viele der üblicherweise mit einer Vermietung verbundenen Risiken gemindert werden. In einigen Fällen sind auch Versicherungen und zusätzlicher Versicherungsschutz gegen Zahlungsausfälle oder Schäden enthalten.

Die Maßnahme ist Teil einer umfassenderen Strategie der Stadt, leerstehende Wohnungen wieder nutzbar zu machen und das Angebot an bezahlbarem Wohnraum zu erweitern, ohne dass dafür Neubauten erforderlich sind. Allerdings entfacht sie auch erneut die Debatte darüber, ob solche Anreize die Einschränkungen, denen Vermieter ausgesetzt sind, wenn sie sich vom freien Markt zurückziehen, angemessen ausgleichen.