Spaniens ruhige Küstenoase fernab der Menschenmengen am Mittelmeer

Entdecken Sie Spaniens am wenigsten besuchte Küstenregion mit Atlantikstränden, mittelalterlichen Städten, Meeresfrüchten und Zugang zu den Picos de Europa.
Spaniens am wenigsten besuchte Küstenregion
Tiia Monto, CC BY-SA 3.0 Creative commons

Wenn man an die spanische Küste denkt, hat man meist lange Mittelmeersommer und überfüllte Strände in Katalonien oder auf den Balearen vor Augen. Eine Region in Nordspanien erzählt jedoch eine andere Geschichte. Sie wird oft als die am wenigsten besuchte Küstenregion Spaniens bezeichnet und ist grüner, kühler und deutlich weniger überlaufen als die beliebten Mittelmeerstrände des Landes.

Der Unterschied in den Zahlen ist deutlich. Katalonien begrüßte laut dem Nationalen Statistikinstitut im Jahr 2025 rund 20,1 Millionen Touristen, während die Balearen und die Kanarischen Inseln jeweils 15,7 Millionen Besucher verzeichneten. Die kleine Region Spaniens hingegen zählte nur etwas mehr als zwei Millionen Besucher und rund sechs Millionen Übernachtungen.

Wohin sollten Sie in Spanien reisen, um den Menschenmassen zu entgehen?

Santillana del Mar
istock

Der Massentourismus ist in mehreren spanischen Reisezielen zu einem Thema geworden, insbesondere in Barcelona und auf den Inseln während der Hochsaison im Sommer. Die Preise für Unterkünfte steigen stark an, die Strände füllen sich schon früh am Tag, und in den Stadtzentren kann es zu Engpässen kommen.

Kantabrien spielt in einer ganz anderen Liga. Selbst im Juli und August finden Sie hier eher einen freien Platz am Strand, einen Tisch in einem Restaurant am Meer und Wanderwege, auf denen Sie das Gefühl haben, wirklich in die Natur einzutauchen, anstatt in eine Warteschlange gedrängt zu werden.

Warum Kantabrien eine kühlere Alternative zu Südspanien ist

Das Wichtigste, was man über die kantabrische Küste wissen muss, ist das Klima. Es handelt sich hier um eine Region Spaniens, die am Atlantik liegt, was völlig anders ist als die Costa del Sol. Regen gehört hier zum Alltag, und die Sommertemperaturen steigen selten deutlich über 25 °C.

Für alle, die bei 35 Grad Hitze schlappmachen, ist es eine Wohltat. Der regelmäßige Regen sorgt für eine üppig grüne Landschaft mit sanften Hügeln, die eher an Nordeuropa als an Südspanien erinnert.

Sie werden hier keine endlosen Reihen von All-inclusive-Resorts finden. Stattdessen gibt es kleine Küstenorte, lokale Fischrestaurants und eine ruhige, bodenständige Atmosphäre.

Mittelalterliche Hafenstädte in Kantabrien für einen Besuch

San Vicente de la Barquera
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Zu den schönsten Erlebnissen in Kantabrien zählt das Schlendern durch die alten Fischerdörfer. Castro Urdiales und San Vicente de la Barquera haben sich ihren maritimen Charakter bewahrt, mit Steinkirchen, die kleine Häfen überragen, und engen Gassen, die noch immer lebendig und authentisch wirken.

Santillana del Mar, etwas landeinwärts gelegen, wird aus gutem Grund häufig in Reiseempfehlungen für Kantabrien erwähnt. Die gepflasterten Gassen und mittelalterlichen Gebäude vermitteln einen Eindruck davon, wie diese Region einst durch Handel und Pilgerwege florierte.

Prähistorische Höhlen und lange Geschichte

Kantabrien beherbergt eine der bedeutendsten prähistorischen Stätten Europas: die Höhle von Altamira. Die originalen Höhlenmalereien sind so wertvoll, dass der Zugang stark eingeschränkt ist. Das nahegelegene Museum und die Nachbildung der Höhle ermöglichen es Besuchern jedoch, die bemerkenswerten Kunstwerke des Jungpaläolithikums zu bewundern, ohne die Stätte zu beschädigen.

Wandern in Kantabrien und den Picos de Europa

Cabrales
Von Mick Stephenson mixpix - CC BY-SA 3.0 Wikimedia commons

Die Region besteht nicht nur aus dem Meer. Im Landesinneren steigt das Gelände steil an und führt zu den Picos de Europa, einer der imposantesten Gebirgsketten Spaniens. Kantabrien zählt zu den wichtigsten Toren zum Nationalpark, und der Kontrast zwischen der Atlantikküste und den zerklüfteten Kalksteingipfeln ist beeindruckend.

  • Potes ist ein beliebter Ausgangspunkt zum Erkunden dieser Gegend. Es handelt sich um ein kleines Bergdorf, das offiziell zu den schönsten Dörfern Spaniens zählt und sich durch traditionelle Steinhäuser und einen stetigen Strom von Wanderern auszeichnet.
  • Lokale Gerichte wie Cocido Lebaniego , ein herzhafter Kichererbsen-Fleisch-Eintopf, gehören in der Gegend zum gastronomischen Angebot.
  • Mit der Seilbahn Fuente Dé erreicht man höhere Aussichtspunkte, ohne eine ganztägige Wanderung unternehmen zu müssen. Es gibt aber auch zahlreiche markierte Wanderwege.

Santander: Meeresfrüchte, Strände und zeitgenössische Kunst

Santander, die Hauptstadt Kantabriens, liegt elegant an einer weiten Bucht. Sie wirkt mondän, aber nicht protzig, mit breiten Promenaden und Sandstränden wie El Sardinero, die bei schönem Wetter zum Spazierengehen und Schwimmen im Meer einladen.

Meeresfrüchte spielen eine zentrale Rolle in der kulinarischen Szene der Stadt.

  • Sardellen, Seehecht und Schalentiere stehen auf den Speisekarten und werden oft ganz schlicht mit gutem Olivenöl und einem Glas Weißwein serviert.

Zu den markantesten modernen Ergänzungen der Stadt zählt das Centro Botín, entworfen von Renzo Piano.

  • Das Zentrum für zeitgenössische Kunst erstreckt sich über die Uferpromenade und hat sich zu einem kulturellen Mittelpunkt entwickelt, in dem Ausstellungen und Veranstaltungen stattfinden, die Santander über sein Image als Küstenstadt hinaus eine kreative Note verleihen.

Comillas: Gaudís Abstecher in den Norden

Die besten Küstengebiete Spaniens zum Leben
Comillas. Nacho Castejón Martínez, CC BY-SA 2.0 Creative commons

Eine kurze Autofahrt westlich von Santander liegt Comillas, eine kleine Küstenstadt mit einer unerwarteten architektonischen Besonderheit.

  • Sie weist eine ungewöhnlich hohe Konzentration an Gebäuden der Modernisme auf, was auf wohlhabende Gönner zurückzuführen ist, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts in das Gebiet investierten.
  • Herausragend ist El Capricho, ein von Antoni Gaudí entworfenes Sommerhaus und eines seiner wenigen Werke außerhalb Kataloniens.

Reise durch Kantabrien ohne Auto

Der Flughafen Santander verbindet die Region mit mehreren spanischen und europäischen Städten. Außerdem gibt es eine Fährverbindung zwischen Santander und Großbritannien, was für Reisende, die mit dem eigenen Fahrzeug anreisen, attraktiv ist.

Für alle, die ohne Auto in Santander übernachten möchten, werden organisierte Tagesausflüge in die Picos de Europa angeboten, in der Regel inklusive Transport. So lässt sich die Berglandschaft auch dann genießen, wenn man nicht selbst auf Landstraßen fahren möchte.

Regionalzüge und Busse verbinden die größeren Städte entlang der Küste miteinander, kleinere Dörfer im Landesinneren erreicht man jedoch leichter mit dem eigenen Fahrzeug.

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