Spanien ist ein Land mit großem Potenzial für ausländische Investoren. Seit dem Tiefpunkt der Wirtschaft im Jahr 2013 haben viele und sehr unterschiedliche Unternehmen beschlossen, in den spanischen Markt einzusteigen, um vom wirtschaftlichen Aufschwung zu profitieren.
Allein im ersten Halbjahr beliefen sich die ausländischen Investitionen in Spanien auf rund 18 Milliarden Euro, 21% mehr als 2017 und 43% über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre.
Allerdings existieren in Spanien immer noch viele Hindernisse für die Gewinnung von mehr ausländischem Kapital, wie z. B. recht ungünstige steuerliche Rahmenbedingungen, ein Arbeitsmarkt, der mehr Flexibilität benötigt, oder zahlreiche bürokratische Hürden. Nach den neuesten Daten der Weltbank ist es schwieriger, in Spanien Geschäfte zu tätigen als in Aserbaidschan oder Kasachstan. Darüber hinaus übersteigen die spanischen Auslandsinvestitionen die Inlandsinvestitionen, was jetzt, zu Beginn einer globalen Konjunkturabschwächung, zu einem Ungleichgewicht in der spanischen Wirtschaft führen könnte.
In diesem Zusammenhang führen die Unternehmen eine Reihe von Maßnahmen auf, die die Gewinnung von ausländischen Investoren erleichtern könnte:
1. Beseitigung bürokratischer Hindernisse
Einer der häufigsten Kritikpunkte der Unternehmen ist die öffentliche Verwaltung in Spanien. Sie beschweren sich, dass es lange dauert und mehrere Verfahren notwendig sind, um eine behördliche Genehmigung für ein Projekt zu erhalten. Laut Weltbank werden 13 Verfahren benötigt, was 147 Tagen entspricht, um eine Baugenehmigung in Spanien zu erhalten, um beispielsweise eine neue Lagerhalle zu errichten.
2. Günstigere steuerliche Rahmenbedingungen
Die Unternehmen schlagen eine Senkung der Sozialversicherungsbeiträge vor, die sie für ihre Arbeitnehmer entrichten müssen. Laut einem Bericht des Arbeitgeberverbandes nimmt der spanische Staat mehr durch Sozialabgaben ein als durch die Einkommen- oder Mehrwertsteuer. Spanien ist eines der teuersten Länder in Europa, wenn es darum geht, Fachkräfte einzustellen, und eines der OECD-Länder, das am meisten Körperschaftssteuer erhebt.
3. Den Arbeitsmarkt flexibler gestalten
Obwohl die von der Regierung von Mariano Rajoy im Jahr 2012 eingeleitete Arbeitsmarktreform die Kosten für Entlassungen senkte, fordern die Arbeitgeber weiterhin niedrigere Kosten, vereinfachte Arbeitsverträge und eine Annäherung an das amerikanische oder britische Modell. Sie fordern auch Subventionen zur Förderung von Einstellungen und Beschäftigung.
4. Investitionen fördern
Eine weitere häufige Forderung der spanischen Unternehmer ist die Förderung von Investitionen, zum Beispiel durch die Schaffung von Anreizen für Investitionen in Forschung und Entwicklung (2017 lagen die Ausgaben bei 1,2 % des BIP, gegenüber 2,07 % des EU-Durchschnitts) sowie die Einführung von Subventionen.
5. Aus- und Weiterbildung fördern
Eines der großen Probleme, mit denen Unternehmen in Spanien konfrontiert sind, ist, dass sie keine Fachleute finden, die ihrem Bedarf entsprechen. Aus diesem Grund fordern sie eine bessere Qualifikation der Arbeitnehmer, damit Spanien mit anderen führenden Ländern gleichgesetzt werden kann.
6. Umsetzung des Binnenmarktgesetzes
Das spanische Binnenmarktgesetz ist Ende 2013 in Kraft getreten, aber ein Urteil des Obersten Gerichtshofs hob es im vergangenen Jahr nach der Aufhebung der Hauptartikel des Gesetzes auf. Die Unternehmer fordern eine Regelung, die es Unternehmen mit Sitz in Spanien ermöglicht, ihre Produkte und Dienstleistungen im ganzen Land anzubieten und lokale und regionale Vorschriften zu umgehen.
Originalartikel: 8 medidas para que aumente la inversión en España de las empresas extranjeras, según los propios empresarios (Business Insider)