„Die Reaktion der Nachfrage auf dem Immobilienmarkt nach der Coronakrise hängt von mehreren Faktoren ab, wie der Entwicklung des ExitPlans, der finanziellen Situation der potenziellen Käufer, den Beschäftigungszahlen und den Auswirkungen auf die Investition. Fest steht jedoch, dass sich der Wohnbedarf geändert hat und sich infolge der Ausgangssperre andere Prioritäten herauskristallisiert haben, die beim Kauf einer neuen Immobilie berücksichtigt werden müssen.“ Zu diesem Schluss kommt die jüngsten Studie des Immobilienunternehmens Solvia, aus der hervorgeht, dass sich der spanische Immobilienmarkt sowohl im Hauptwohnsitz- als auch im Zweitwohnungssektor verändert.
In der Studie wird hervorgehoben, dass kleine Immobilien am Strand ihre Attraktivität als ideale Zweitwohnungen verlieren und die Nachfrage nach Immobilien im Binnenland oder an der Küste, in denen der Eigentümer einen Großteil des Jahres verbringen kann und in denen ausreichend Platz für ein Homeoffice vorhanden ist, wächst.
„Der Erfolg der Arbeit von zu Hause aus hat Zweitwohnungen zu einer Alternative gemacht, die nicht nur am Wochenende oder in den Ferien genutzt werden können. Dank der absehbaren Zunahme der Implementierung von Telearbeit bei der Rückkehr zur neuen Normalität ist dies nun möglich. Vor allem dieses Jahr viele Eigentümer nach den Monaten der Quarantäne ihre Zweitwohnungen aufsuchen, um das gute Wetter in der Sommersaison zu genießen und bei Bedarf von dort aus arbeiten zu können“, heißt es in der Studie.
Außerdem heißt es dort, dass „traditionelle Aspekte, die zuvor beim Kauf einer Ferienwohnung berücksichtigt wurden, geändert werden, da mehr Bedarf an Platz, Arbeitsraum, natürlichem Licht oder Extras besteht“.
Die Experten von Solvia haben zusammengefasst, welche Faktoren bei der Suche nach einer zweiten Immobilien in Spanien entscheidend sein werden:
Weniger Strand und geräumigere Apartments mit Platz zum Arbeiten
Ferienwohnungen an der spanischen Küste sind traditionell kleine Immobilien, die häufig nicht größer 50 m2 sind und über ein Schlafzimmer verfügen. Die Prioritäten ändern sich jedoch. Käufer suchen nun mehr Wohnfläche und vor allem offene Räume, die „nicht nur ein Gefühl von Geräumigkeit vermitteln, sondern auch gemütlich sind“. Darüber hinaus geht das Unternehmen davon aus, dass Ferienimmobilien künftig auch einen Arbeitsbereich, Spielzimmer oder Ruhezonen beinhalten müssen, sowohl in ländlichen Gebieten als auch an der Küste.
Sorgfältig ausgewähle Dekoration nach Maß
Ein weiterer in der Studie hervorgehobener Trend besteht darin, Möbel und Dekorationsgegenstände aus dem Hauptwohnsitz zu recyceln. Infolgedessen wird vorausgesagt, dass „die Einrichtung des Zweitwohnsitzes eine eigene Persönlichkeit annehmen wird und die Ausgaben für die Dekoration höher sein werden als zuvor, da das Ziel darin besteht, sie viel länger zu genießen“.
Garten oder Balkon ist ein Muss
In der Studie wird betont, dass „zukünftige Käufer nach wochenlanger Ausgangssperre viel mehr Wert darauf legen werden, Außenbereiche zu haben als vorher (Balkone, Terrassen, kleine Gärten). Diese Art von Wohnraum-Extras haben mehrere Vorteile: die Möglichkeit, zu Hause im Freien Sport zu treiben, Pflanzen in einem kleinen Garten zu pflegen oder Familientreffen zu organisieren.
Mehr natürliches Licht und höhere Energieeffizienz
Eine weitere Änderung betrifft das natürliche Licht. Obwohl natürliches Licht in Ferienimmobilien bisher keine oberste Priorität hatte, steht es jetzt im Mittelpunkt, da es die körperliche und geistige Gesundheit beeinflusst und die Konzentration bei der Arbeit fördert sowie helfen kann, die Stromkosten zu senken.
Darüber hinaus wächst das Interesse an Gebäuden, die energieeffizient und gut schallisoliert sind. In diesem Sinne betont die Solvia-Studie, dass „jetzt, da Sie mehr Zeit in diesem ,zweiten Zuhause' verbringen werden, die Reduzierung des Energieverbrauchs und die damit verbundene Kostensenkung eine größere Rolle spielen werden. Dies beinhaltet auch den Gebrauch von Elektrogeräten mit niedrigerem Stromverbrauch, eine effiziente Wärmedämmung oder intelligente Technologien. Die Installation von Schalldämmsystemen wird ebenfalls zunehmen, um das bestmögliche Raumklima zu gewährleisten“.
Pflegeleichte Materialien
Schließlich kommt die Studie zu dem Schluss, dass „die Art des Baumaterials und seine Qualität weitere Kriterien sind, die die Wahl einer neuen Immobilie beeinflussen. Die Tatsache, dass die Menschen mehr Zeit zu Hause verbringen, hat zu zunehmender Besorgnis über die Sauberkeit der geschlossenen Räume geführt, eine Überlegung, die sich auch in Ferienimmobilien widerspiegeln wird. Aus diesem Grund wird es heute mehr denn je einen hohen Stellenwert haben, wenn eine Immobilie aus natürlichen, unkontaminierten Materialien gebaut wird. Ebenso wird die Verwendung von Produkten zunehmen, die Gerüche und gesundheitsschädliche Substanzen abbauen können“.