Baugeschwindigkeit, Energieeffizienz, Design, Preis und Langlebigkeit – all das hängt von der Art und Weise ab, wie ein Haus gebaut wird. Welche Option ist jedoch besser, wenn man ein Haus in Spanien bauen möchte?
Fertighaus oder traditionelle Bauweise in Spanien
Fertighaus oder traditionelle Bauweise in Spanien Ramón Esteve

In den letzten Jahren hat sich die spanische Baulandschaft stark verändert. Modul- und Fertighäuser, ein langjähriger Trend in Ländern wie den Vereinigten Staaten, sind auf der Bildfläche in Spanien aufgetaucht, da ihnen viele Vorteile zugeschrieben werden. Doch sind sie den traditionell gebauten Häusern wirklich überlegen? Was ist nun im Vergleich besser: Fertigbau oder traditionelle Bauweise?

Welches lässt sich schneller errichten: Fertighaus oder herkömmliches Haus?

Einer der ärgerlichsten Faktoren, der dem traditionellen Bauwesen angelastet wird, ist die Zeit, die es braucht, um ein Haus von Grund auf neu zu errichten. In der Regel dauert die Fertigstellung eines traditionell gebauten Hauses etwa 10 bis 12 Monate, obwohl es auch viel länger dauern kann.

Im Gegensatz dazu gibt es Fertighausunternehmen, die ihre Häuser in drei bis vier Monaten, höchstens sieben Monaten bauen und fertigstellen. Da sie in Fabriken und als Module vorgefertigt werden, wird der Bauprozess erheblich verkürzt, denn manche Ursachen, die zu Verzögerungen führen können, wie etwa schlechtes Wetter, werden vermieden.

Fertigbau oder traditioneller Bau: Was ist günstiger?

In Spanien wird oft angenommen, dass der Preis eines Fertighauses niedriger ist als der eines traditionell gebauten Hauses, aber das muss nicht unbedingt der Fall sein. Der Preis eines Hauses, wie auch immer es gebaut wird, hängt von vielen Faktoren ab:

  • Grundstück
  • Ausführung
  • Größe
  • Materialien
  • Energieeffizienz
  • Ausstattung
  • Design
  • Architekt

All dies hat einen erheblichen Einfluss auf die Endkosten eines Projekts, sodass ein kleineres Fertighaus immer noch teurer ausfallen kann als ein normales Haus oder umgekehrt.

Auf den Websites von Unternehmen, die Modulhäuser in Spanien und Europa anbieten, sind häufig sehr wettbewerbsfähige Preise zu finden, die vielleicht sogar besser sind als bei herkömmlichen Häusern. Allerdings muss man darauf achten, was im Preis inbegriffen ist. Bei einigen sind der Transport, das Fundament oder andere Dinge, die notwendig sind, um das Haus tatsächlich bewohnen zu können, nicht enthalten. Andere wiederum bieten schlüsselfertige Pakete, die fast alles abdecken, was mit dem Bau zusammenhängt, aber eben nur fast. Aus diesem Grund kann der endgültige Preis vom anfänglichen Betrag stark abweichen.

Ein weiteres Beispiel zur Veranschaulichung dieses Problems: Wenn Sie ein Modulhaus aus einem Katalog kaufen, ohne individuelle Anpassung, ist es möglicherweise günstiger als ein traditionelles Haus. Wenn Sie viele Extras hinzufügen müssen, kann der Preis enorm ansteigen.

Wie viel kostet es, ein Haus in Spanien zu bauen? Nach der traditionellen Methode liegt der durchschnittliche Preis pro m2 für den Bau eines Hauses in Spanien zwischen 1.200 und 1.500 Euro, aber es müssen die Kosten für Techniker, Lizenzen, Steuern usw. hinzugerechnet werden, sodass sich dieser Preis am Ende auf 1.800 oder 2.000 Euro auf belaufen kann. Nach Angaben von Cronoshare liegen die Kosten für ein Fertighaus in Spanien zwischen 700 und 1.800 Euro/m2, ohne Nebenkosten. Mit anderen Worten: Der Gesamtpreis ist ähnlich.

imHAUS
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Umzugsfähigkeit

Einer der Vorteile von Fertighäusern in Spanien ist, dass einige davon mobil sind und somit an einen anderen Ort versetzt werden können. Dies ist bei der herkömmlichen Bauweise nicht möglich. Es ist jedoch zu beachten, dass mobile Häuser ein weniger komplexes Design aufweisen und kleiner sind als fest verbaute Häuser und somit möglicherweise nicht für jeden geeignet.

Individuelle Gestaltung eines traditionellen Hauses im Vergleich zum Fertighaus

Ein von Grund auf neu gebautes Haus kann im Grunde ganz nach Belieben gestaltet werden, solange die Wünsche umsetzbar sind und das nötige Kapital vorhanden ist, der Architekt seine Zustimmung gibt und die Bauvorschriften eingehalten werden. Je größer Komplexität, Wohnfläche, Qualität der Ausstattung und der Extras sind, desto teurer wird das Haus.

Bei einem Fertighaus ist das nicht ganz so eindeutig. Ja, es stimmt, dass ein hohes Maß an individueller Gestaltung möglich ist (Ausführung, effiziente Installationen, Farben, Anzahl der Zimmer etc.), jedoch nur bis zu einem gewissen Grad. Viele Unternehmen bieten vorgefertigte Modelle und davon abzuweichen, wenn es denn möglich ist, führt zu einem höheren Aufwand und einer längeren Ausführungszeit. Es gibt hierbei auch keine absolute Wahrheit und es hängt viel von der Firma ab, die das Haus herstellt. Es gibt Unternehmen, die maßgeschneiderte Häuser herstellen oder die es ermöglichen, die Farbe und die Ausführung zu ändern.

Erweiterungskapazität

Alle Wohnhäuser, ob modular oder traditionell, können erweitert werden, wenn die Struktur, das Gesetz und das Grundstück dies zulassen. Der erste Stock eines zehnstöckigen Gebäudes kann, ganz gleich, wie sehr man möchte, nicht erweitert werden. Ein Haus auf dem Land hingegen, dessen Grundstück die maximale Baufläche nicht erreicht hat und dessen maximale Belegung nicht erreicht ist, kann erweitert werden, wenn die Abstandsflächen usw. eingehalten werden.

Viele Fertighäuser sind jedoch so konzipiert, dass sie erweiterbar sind, denn ihre Konstruktion ermöglicht es, Module hinzuzufügen und andere zu versetzen, um ohne großen Aufwand zusätzlichen Raum zu schaffen. Im Gegensatz dazu wären diese Arbeiten an einem traditionellen Haus komplexer und zeitaufwändiger.

Wie belastbar ist ein Fertighaus?

Wenn ein Fertighaus fachgerecht gebaut und instand gehalten wird, kann es 50 bis 70 Jahre halten, also genauso lange wie ein auf traditionelle Weise gebautes Haus.

Vorgefertigt oder traditionell: Was ist effizienter?

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz zählen zu den Schlüsselthemen, denen im spanischen Bauwesen die meiste Aufmerksamkeit gewidmet wird, umso mehr angesichts der aktuellen Energiepreise. Sowohl Fertighäuser als auch traditionelle Häuser können so nachhaltig und effizient sein, wie man wünscht, und sogar energieautark sein. Dies hängt von den verwendeten Materialien wie Beton, Holz usw. und der Ausstattung ab: Sonnenkollektoren, Aerothermie, Windräder, Regenwasserkollektoren etc. Unabhängig von ihrer Bauweise können beide die höchsten Effizienzstandards erreichen.