Die Zahl der Immobilienverkäufe an Nichtspanier übertraf 2017 60.800 und damit den Rekord von vor 10 Jahren, wie die Grundbuchämter mitteilen. Die Auswirkungen des Brexits auf die Verkaufszahlen der Engländer wurde durch die Käufe von deutschen, französischen und belgischen Staatsbürgern ausgeglichen. Die Immobilie als Ferienhaus bleibt nach wie vor das Hauptattraktiv für die ausländische Nachfrage, die sich vor allem auf Alicante und Santa Cruz de Tenerife konzentriert. Bevorzugt gesucht werden Immobilien mit einer Wohnfläche von über 100 m2. Die Käufer nahmen außerdem eine höhere Finanzierung in Anspruch.
Der spanische Immobilienmarkt zieht weiterhin viele ausländische Investoren an, insbesondere für den klassischen Strandtourismus. Seitdem die Käufe durch Ausländer in Spanien 2009 ihren Tiefststand erreichten, sind die Zahlen stetig gestiegen. Den damals knapp 16.000 getätigten Käufen stehen zum ersten Mal mehr als 60.000 gegenüber, wie die Grundbuchämter mitteilen.
Trotz dieses neuen Rekords verlor der Kauf von Immobilien durch Ausländer an den Gesamtzahlen an Gewicht und sank von 13,25% im Jahr 2016 auf 13,11% im Jahr 2017, festigte jedoch die Bedeutung der Immobilienkäufe durch nichtspanische Bürger. „Die ausländische Nachfrage hat sich zu einem der wichtigsten Faktoren der Erholung des spanischen Immobilienmarktes entwickelt,“ so die Grundbuchämter.
Nur die Nachfrage der Briten geht zurück
Im Gesamtgefüge verlieren die Briten an Gewicht, obwohl sie immer noch mit Abstand die größte ausländische Käufergruppe darstellen. Aufgrund des Brexits haben die Briten 2017 im Vergleich zum Vorjahr weniger Immobilien gekauft. Die 9.200 getätigten Käufe bedeuten einen Rückgang von 10% gegenüber 2016, dem Jahr, in dem die Zahlen einen neuen Rekord erreichten.
Der Rückgang der britischen Nachfrage wurde durch die Käufe der anderen Nationalitäten, die alle zulegten, ausgeglichen. Auf die Franzosen kamen fast 5.300 Käufe und ihr Anteil erhöhte sich auf 8,6% des Gesamtvolumens der ausländischen Käufe. Ihnen folgen die Deutschen (7,7%) mit rund 4.750 Käufen, die Belgier (6,4%) mit 3.900 Operationen sowie die Schweden (6,3%), die Italiener (5,7%) und die Rumänen (5,3%).
„Diese Nationalitäten belegen seit mehreren Jahren die ersten Plätze der Statistik, was eine bemerkenswerte Treue bei der Nachfrage nach Immobilien in Spanien durch diese Nationalitäten belegt,“ hebt der Bericht der Grundbuchämter hervor. „Alles deutet auf eine gewisse Erholung oder jedenfalls die Aufrechterhaltung der britischen Nachfrage hin, was positiv zum Aufwärtstrend beitragen könnte, der momentan auf dem spanischen Immobilienmarkt beobachtet wird.“
Eine Immobilie in Küstennähe – der Renner unter den Nichtspaniern
In allen autonomen Gemeinschaften an der Mittelmeerküste und auf beiden Inselgruppen ist die Zahl der Immobilienkäufe durch Ausländer gestiegen. Die Kanarischen Inseln (31,3%), die Balearen (31,2%) und die autonome Gemeinschaft von Valencia (26%) waren die wichtigsten Investitionsziele, wobei auf den Kanarischen Inseln der größte Zuwachs verzeichnet wurde, so dass der Anteil am Gesamtvolumen zunahm. Es folgen Murcia (18,7%), Andalusien (13,8%) und Katalonien (12,9%).
„Alle verfügen über ein hohes Maß an touristischer Anziehungskraft an der Küste, was perfekt zu der Struktur der Nationalitäten passt, die in den letzten Jahren Immobilien in Spanien nachgefragt haben,“ betonen die Grundbuchämter.
In den Provinzen Alicante (40,76%) und Santa Cruz de Tenerife (40,72%) ist der Anteil der durch Ausländer getätigten Käufe fast genauso groß wie die inländische Nachfrage. Es folgen die Balearen (31,2%), Girona (30,7%), Málaga (29,6%), Las Palmas (22,3%), Murcia (18,7%), Almería (16,8%), Tarragona (14,4%) und Castellón (14%).
In Andalusien und der Region Valencia kauften vor allem die Briten, Schweden und Belgier; in Katalonien waren es Franzosen, Chinesen und Italiener; auf den Balearen Deutsche, Briten und Italiener und auf den Kanarischen Inseln Italiener, Briten und Deutsche.
Die typische Immobilie: Je größer die Kaufkraft, desto größer die Immobilie
Obwohl Ausländer im Allgemeinen, genauso wie die Spanier, auch Gebrauchtimmobilien kaufen, gibt es Nationalitäten, die den Kauf von Neubau-Immobilien bevorzugen, wie z. B. die Belgier (26,6%), die Norweger (23,9%), die Schweden (19,6%), die Russen (19,3%) und die Niederländer (18,1%).
Betrachtet man die Größe der erworbenen Immobilien, liegt der Durchschnitt unter Ausländern bei etwa 60 bis 90 m2. Nach Nationalitäten betrachtet wird sichtbar, dass je größer die Kaufkraft, desto höher die Wahrscheinlichkeit, eine Immobilie mit über 100 m2 Wohnfläche zu kaufen.
Niederländer (48,2%), Dänen (46%), Schweizer (43,7%), Deutsche (36,3%), Briten (36,3%) und Norweger (35,3%) kaufen die größten Häuser mit Schwerpunkt auf Ferienimmobilien an der Küste.
Ein weiterer Trend zeichnet sich bei den Ausländern ab, die einen Erstwohnsitz zwischen 60 und 80 m2 und 80 und 100 m2 erwerben. Hier wird die Liste von Rumänen, Algeriern, Marokkanern und Bulgaren angeführt. Kleine Ferienwohnungen mit weniger als 40 m2 werden vor allem von Italienern, Polen, Franzosen und Iren gekauft.
Im letzten Jahr ist der Anteil der Ausländer, die eine Immobilie mit einem Wert von über 500.000 Euro erworben haben, von 5,32% im Jahr 2016 auf 5,72% gestiegen. 37,5% entspricht dabei Nicht-EU-Bürgern, die von einem Goldenen Visum profitieren können, einer Aufenthaltserlaubnis für Ausländer, die Immobilienkäufe in Spanien für einen Betrag von mindestens 500.000 Euro tätigen.
Mehr Ausländer mit Hypotheken: Mehr Arbeit als Urlaub
Trotz des wachsenden Gewichts der Ausländer auf dem Immobilienmarkt sind sie auf dem Hypothekenmarkt immer noch kaum vertreten. Während 13% aller Immobilienkäufe auf Ausländer fielen, wurden nur 6,8% der Hypotheken von Ausländern unterzeichnet.
In diesen Fällen ergibt sich die Besonderheit, dass das Verhältnis zwischen Immobilienkäufen und abgeschlossenen Hypotheken nicht einheitlich ist. So sind zum Beispiel die Briten, trotz der Tatsache, dass sie das größte Gewicht in Bezug auf die Immobilienkäufe haben, nicht diejenigen sind, die die meisten Hypotheken in Spanien aufnehmen.
Die Nationalität, die in Spanien am meisten verschuldet ist, sind Rumänen mit 11,5% der unterzeichneten Darlehen, während sie bei den ausländischen Käufern auf dem siebten Platz liegen. An zweiter Stelle liegen die Briten (9,3%), gefolgt von den Chinesen (8,4%) und Italienern (5,7%). Mit Ausnahme der Briten halten diese Nationalitäten ihre Position in der Statistik.
„Die Nationalitäten, die am meisten Immobilien in Spanien kaufen, zeichnen sich durch ein hohes Pro-Kopf-Einkommen und somit einen geringeren Finanzierungsbedarf aus, wie die Ergebnisse des Abschlusses von Hypotheken auf Immobilien zeigen,“ teilen die Grundbuchämter mit.