So funktionieren Hypotheken für Ausländer, die eine Immobilie in Spanien kaufen wollen

So funktionieren Hypotheken für Ausländer, die ein Haus in Spanien kaufen wollen
So funktionieren Hypotheken für Ausländer, die ein Haus in Spanien kaufen wollen
3 April 2018, Redaktion

Immer mehr nichtspanische Staatsbürger kaufen Immobilien in Spanien. Allein im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Grundbuchämter mehr als 61.000 Transaktionen registriert, was 13% aller Immobiliengeschäfte entspricht und den höchsten Wert der Geschichte darstellt.

idealista/hipotecas, der Finanzierungsrechner des Immobilienportals idealista, bestätigt, dass der Großteil der ausländischen Käufer zwar Hypothekendarlehen in ihren Herkunftsländern aufnehmen, es jedoch trotzdem interessant finden zu wissen, welche Finanzierungsmöglichkeiten es für den Kauf einer Immobilie in Spanien gibt.

Aber ist die Nationalität des Kunden für ein Kreditinstitut wirklich wichtig? Die Antwort lautet ja. Normalerweise machen die Banken bei der Nationalität des zukünftigen Kreditnehmers Unterschiede und stellen je nachdem flexiblere oder strengere Anforderungen.

Beispielsweise haben die im Ausland lebenden Spanier tendenziell die gleichen Bedingungen wie die Inländer. Bei den Ausländern hängt es davon ab, ob sie Familie in Spanien haben oder aus welchem Land sie stammen. Wenn sie aus wohlhabenden Ländern (Westeuropa, USA, Kanada usw.) kommen, sind sie Banken eher dazu geneigt, ein Darlehen für den Kauf einer Immobilie zu gewähren. Bei Ausländern aus weniger entwickelten Ländern oder Osteuropa kann die Finanzierung etwas problematischer sein.

„Zu den Gründen, die den Finanzsektor dazu veranlassen, eine Unterscheidung je nach Nationalität zu machen, gehören die bessere Kenntnis des nationalen Rechtssystems, die wirtschaftliche Stabilität sowie die Einhaltung von Vorschriften und bestehende Regelungen zur Geldwäsche, was die Banken dazu veranlasst, ihre Kunden zu filtern und sicherzustellen, dass das Eigenkapital, das sie zur Finanzierung beisteuern, aus legalen Aktivitäten (Arbeit, Investitionen, Erbschaften...) stammt,“ erklärt Juan Villén, CEO von idealista/hipotecas.

Fernando Montenegro, Generaldirektor von Legal Lifeline, einer auf die angelsächsische Gemeinschaft spezialisierten Rechtsberatung, betont zudem: „Nicht alle Banken vergeben Hypothekarkredite an Ausländer ohne gemeldeten Wohnsitz in Spanien. Der Hauptgrund ist, dass es oft unmöglich ist, Vermögenswerte im Ausland zu beschlagnahmen, so dass das Eigentum selbst die einzige Garantie ist, die die Bank hat, wenn es um die Deckung des geliehenen Geldes geht.“

Nach Angaben des Beratungsunternehmens kommen diese Art von Hypothekendarlehen vor allem für britische und deutsche Käufer in Frage (diese Nationalitäten sind die, die am meisten Immobilien in ihren Heimatländern kaufen), obwohl auch Käufer aus anderen Ländern für diese Darlehen in Frage kommen.

Das größte Hindernis für Ausländer, die in Spanien eine Hypothek für den Kauf einer Immobilie aufnehmen möchten, ist in der Regel der Betrag, den die Banken zu leihen bereit sind.

Wenn sich die Spanier unter normalen Bedingungen für die Finanzierung von 80% des Kaufpreises der Immobilie entscheiden (d. h. der Kunde muss die restlichen 20% plus die 10%-12% für die mit dem Kauf verbundenen Kosten und Steuern übernehmen), liegt die Höchstgrenze bei Ausländern bei 70%. Viele Banken senken den Finanzierungsbetrag jedoch auf 60% oder sogar nur 50% des Kaufpreises. Das bedeutet, dass der Kunde über die notwendigen Ersparnisse verfügen muss, um etwa die Hälfte der Immobilie plus die entsprechenden Kosten auf einen Schlag bezahlen zu können.

Es gibt jedoch Banken, die großes Potenzial in der Gewährung von Hypotheken an Ausländer sehen und auf diese Art von Kunden spezialisierte Teams bilden, die auch Beratungsleistungen anbieten, um das notarielle Verfahren und die Eintragung ins Grundbuchamt sicherzustellen.

Sobald die Bank den Antrag eines Kunden erhalten hat, ist das Verfahren unabhängig von der Nationalität identisch.

idealista/hipotecas macht darauf aufmerksam, dass die Risikobewertung sämtliche Unterlagen prüft und den Kredit anschließend gewährt oder ablehnt (was durchschnittlich eine Woche dauert). Ist das Ergebnis positiv, unterbreitet die Bank dem Kunden ein verbindliches Angebot mit allen finanziellen Bedingungen des Vertrages, den der Kunde innerhalb einer bestimmten Frist (in der Regel ca. 10 Tage) annehmen muss. Sobald der Kunde das Angebot annimmt, schickt die Bank dem Notar alle Unterlagen zur Vorbereitung der Urkunde, die der Kreditnehmer vor der endgültigen Unterzeichnung überprüfen muss. Üblicherweise werden der Finanzierungsvertrag und der Kauf der Immobilie am selben Tag unterzeichnet.

Zu den Banken, die am meisten Hypotheken an Ausländer vergeben, gehören Banco Santander, Ibercaja, Bankinter, Hipotecas.com, Abanca und Bankia. Einige dieser Kreditinstitute bieten bereits spezifische Dienstleistungen für die Finanzierung durch Ausländer an, während andere aufgrund ihrer starken Präsenz im Ausland oder an der spanischen Küste, wo die meisten Transaktionen durchgeführt werden, auf diese neue Nische setzen. So ist Santander beispielsweise in Großbritannien, Polen, Portugal, Mexiko, Brasilien, Chile und Argentinien stark vertreten, während Bankia, die gerade die Integration von BMN abgeschlossen hat, ihre Präsenz im Mittelmeerraum verstärkt hat.

Nach Angaben der Grundbuchämter sind die Küste und die Inseln die umsatzstärksten Regionen, da die Immobilien dort größtenteils Zweitwohnungen für den Urlaub sind. Die häufigsten Kunden sind Briten, Franzosen, Deutsche, Belgier und Schweden, während die Provinzen Alicante, Teneriffa, Balearen, Girona und Málaga im Jahr 2017 am meisten gefragt waren: Dort verfielen über 30% der Immobiliengeschäfte auf Ausländer.

Sind Sie bereit, Ihr Traumhaus zu finden?

Sind Sie bereit, Ihr Traumhaus zu finden?

Finden Sie bei idealista Immobilien zum Verkauf und Langzeitmieten