Haustiere in Spanien: Was Mieter und Vermieter wissen müssen

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30 April 2020, Redaktion

Immer mehr Leute entscheiden sich für ein Haustier. Hunde und Katzen sind daher in unserem Leben so präsent, dass in jüngster Zeit verschiedene Medien darauf hingewiesen haben, dass es in einigen Gebieten mehr Haustiere als Kinder gibt. Dieses Phänomen wirkt sich auf verschiedene Aspekte des Alltags aus, wie z. B. wenn jemand zusammen mit seinem Haustier (oder seinen Haustieren) eine Wohnung mieten möchte.

Vermieter zögern häufig, Haustiere in ihren Häusern und Wohnungen zu akzeptieren, aus Angst, dass sie es Ärger mit den Nachbarn geben könnte oder dass sie Schaden in der Wohnung anrichten. Dies ist eine zusätzliche Schwierigkeit für Haustierbesitzer, wenn sie ein Haus oder eine Wohnung zur Miete suchen. Aus diesem Grund ist es für alle Parteien, Mieter und Vermieter, wichtig, die Antwort auf die folgende Frage zu kennen: Können Vermieter Haustiere in einer Mietwohnung verbieten?

Vereinbarung zwischen den Vertragsparteien und Hausvorschriften

Der erste Schritt besteht darin, die Rechtsgrundlage zu kennen. Auf der einen Seite muss festgestellt werden, dass weder das spanische Wohneigentumsgesetz (Ley de Propiedad Horizontal) noch das Bürgerliche Gesetzbuch (Código Civil) oder das Strafgesetzbuch (Código Penal) die Haltung von Haustieren in einem gemieteten Eigentum ausdrücklich verbiet.

Auf der anderen Seite besagt der Artikel 4.2 des spanischen Mietgesetzes (Ley de Arrendamientos Urbanos): „Wohnungsmieten unterliegen den Vereinbarungen, Klauseln und Bedingungen, die vom Willen der Beteiligten bestimmt werden.“ Folglich, auch wenn das Gesetz dies nicht so ausdrücklich besagt, können die Parteien im Mietvertrag vereinbaren, ob die Haltung von Haustieren gestattet ist oder nicht.

So kann der Vermieter beispielsweise die Art von Tieren einschränken, die in seinem Mieteigentum gehalten werden dürfen. Er darf sich auch das Recht vorbehalten, die Wohnung zu besuchen, um sicherzustellen, dass kein Schaden verursacht wurde.

Sollte der Vertrag jedoch kein ausdrückliches Verbot enthalten, gibt es keine rechtlichen Hindernisse für den Mieter, wenn er in der Wohnung Haustiere halten möchte.

Es gibt allerdings ein weiteres Dokument, das die Haltung von Haustieren beeinflussen kann: die Hausordnung der Eigentümergemeinschaft. Diese kann den Bewohnern verbieten, Haustiere jeglicher Art zu halten. Im Zweifelsfall ist es daher ratsam, dass der Mieter sich ausreichend informiert, um unangenehme Überraschungen nach dem Einzug zu vermeiden.

Kündigung des Mietvertrages

Sollte der Mieter trotz ausdrücklichen Verbots ein Haustier in der Wohnung halten, liegt ein Vertragsbruch vor. Beide Parteien, d. h. Mieter und Vermieter, sind zur Einhaltung der Vertragsbedingungen verpflichtet. Sollte eine der Parteien gegen den Vertrag verstoßen, hat die andere das Recht, den Vertrag zu kündigen.

Wenn der Mieter also trotz eines ausdrücklichen Verbots Haustiere in der Wohnung hält, kann der Vermieter daher die Aufgabe der Wohnung gemäß Artikel 27.1 des LAU beantragen.

Was passiert, wenn die Haustiere andere Nachbarn belästigen?

Manchmal kann es vorkommen, dass die Haustiere, obwohl der Mietvertrag ihre Haltung gestattet, für Ärger mit den Nachbarn sorgen, weil sie Lärm oder Dreck verursachen. Dann ist der Vermieter in einigen Fällen gesetzlich dazu berechtigt, den Mietvertrag zu kündigen.

Dazu müssen die von den Haustieren verursachten Belästigungen den Einzelheiten des Artikels 27.2 des LAU entsprechen, der besagt, dass „der Vermieter den Vertrag von Rechts wegen kündigen kann“ infolge der „Verursachung von Schäden am Eigentum“ oder weil „weil ärgerliche, gesundheitsgefährdende oder gefährliche Tätigkeiten ausgeführt werden“.

Kurz gesagt, wenn der Vermieter keine Haustiere in seiner Wohnung haben möchte, ist es wichtig, dieses Verbot in die Vertragsklauseln aufzunehmen.

Wenn ein Mieter mit Haustieren eine Wohnung mieten möchte, muss er sicherstellen, dass es keine Klausel gibt, die dies verbietet. Darüber hinaus muss er unter Umständen die erforderlichen Maßnahmen ergreifen, damit der Vermieter den Vertrag nicht wegen etwaiger Belästigungen kündigt.

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