Die Lebensqualität, das Klima und die kilometerlange Küste sind nur einige der Faktoren, die Ausländer zunehmend nach Spanien ziehen. Ein Beweis dafür ist, dass Ausländer mehr Immobilien in Spanien kaufen als je zuvor. Nach Angaben des Verbands der Registerführer kauften Ausländer zwischen Juni und September 2022 26.728 Immobilien in Spanien, was 15,92 % der Gesamtzahl der registrierten Käufe und Verkäufe entspricht und einen neuen Rekord in der historischen Reihe dieser Organisation darstellt. Diese Zahlen zeigen einen klaren und konsolidierten Aufwärtstrend und spiegeln vor allem die bemerkenswerte Stärke des Immobilienmarktes in Spanien wider.
Prozentualer Anteil der Immobilienkäufe in Spanien durch Ausländer
Der Verband der Registerführer weist darauf hin, dass von 2014 bis 2022 die ausländische Nachfrage ein bedeutendes Gewicht bei den Verkäufen und Käufen von Immobilien in Spanien darstellte und ein Niveau erreichte, das sich normalerweise zwischen 12 % und 14 % bewegte, mit Ausnahme der Zeit der Mobilitätsbeschränkungen infolge der Gesundheitskrise. Im dritten Quartal 2022 erreichte der Anteil der Ausländer an der Gesamtzahl der Verkäufe und Käufe in Spanien jedoch 16 % – ein Niveau, das nie zuvor erreicht wurde.
Woher kommen ausländische Käufer in Spanien?
Eine weitere Neuigkeit in diesen Statistiken ist, dass die Nationalitäten, die beim Kauf von Immobilien in Spanien immer am stärksten vertreten waren, relativ an Gewicht verloren haben und einer Diversifizierung der Nationalitäten Platz gemacht haben.
Die Ausländer, die 2022/2023 die meisten Immobilien in Spanien kaufen, sind Briten (9,30 %), Deutsche (8,04 %), Franzosen (6,21 %), Rumänen (4,58 %), Belgier (4,27 %), Niederländer (4,10 %) und Marokkaner (4,01 %). Die Bedeutung der britischen Käufer ist jedoch geringer denn je. Im dritten Quartal waren 9,3 % der ausländischen Käufer Briten, und obwohl sie immer noch den größten Prozentsatz ausländischer Käufer darstellen, ist dies der niedrigste Wert, seit Daten verfügbar sind. Im Jahr 2015 entfielen beispielsweise fast 24 % der Verkäufe an Ausländer auf Briten.
„Britische Käufer haben seit dem Brexit-Referendum an Bedeutung verloren“, sagt Alfredo Millá, Geschäftsführer von Sonneil. „Seitdem ist das Pfund, das gegenüber dem Euro einen Wert von 1,40 erreichte, auf 1,16 gefallen. Dazu kommen noch alle administrativen Komplikationen, die damit verbunden sind. Wenn wir aber die Investitionsdaten nach Nationalität hätten, könnten wir sehen, dass sie nicht die Spitzenpositionen beim Investitionsvolumen erreichen, da sie im Wesentlichen preisgünstige Wiederverkäufe tätigen.“
Andere führende Nationalitäten, wie die Franzosen, die Russen und die Belgier, verlieren ihrerseits aufgrund des Diversifizierungsphänomens an Bedeutung. Dennoch zeigen die absoluten Zahlen, dass fast alle von ihnen die höchste Kaufrate der letzten Jahre aufweisen – mit Ausnahme der Briten. So haben die Käufe durch Franzosen seit dem dritten Quartal 2018 um 36 % zugenommen, während die Käufe durch Deutsche um 97,8 % gestiegen sind. Besonders bemerkenswert sind die Käufe der Niederländer, die ihre Investitionen in Wohnraum in Spanien um 159 % erhöht haben.
In der Statistik fürs dritte Quartal des Jahres jedoch stechen die Ukrainer und die Polen hervor, die aufgrund des Krieges die höchsten Zuwächse gegenüber dem Vorquartal verzeichneten, nämlich 0,72 % bzw. 0,26 %. Der Anteil der Ukrainer an der Gesamtzahl der von Ausländern getätigten Käufe liegt damit bei 1,81 %, der Anteil der Polen liegt bei 3,86 %.
In absoluten Zahlen zeigt sich bei den führenden Nationalitäten ein gewisses Gleichgewicht zwischen Zu- und Abnahmen, wobei die Zuwächse vor allem bei den Nationalitäten zu verzeichnen sind, die bisher eine geringere Aktivität aufwiesen. Die führenden Nationalitäten waren Briten (2.446), Deutsche (2.113), Franzosen (1.633), Rumänen (1.205), Belgier (1.123), Niederländer (1.077) und Marokkaner (1.054).
Die Zahlen, welche die Entwicklung der jährlichen Ergebnisse in Bezug auf die Anzahl der Käufe dieser Nationalitäten wiedergeben, zeigen, dass praktisch alle Nationalitäten (mit Ausnahme der Briten) das höchste Niveau der letzten Jahre erreicht haben.
Die beliebtesten Orte der Ausländer für den Immobilienkauf in Spanien
Alicante, Teneriffa und Málaga waren die wichtigsten Provinzen, die von Ausländern für den Immobilienkauf im dritten Quartal des Jahres 2022 gewählt wurden. Der Anteil der von Ausländern getätigten Käufe an der Gesamtzahl stellt sich wie folgt dar: Alicante (42,80 %), Santa Cruz de Tenerife (40,46 %), Málaga (33,95 %), die Balearen (31,41 %), Girona (28,10 %) und Las Palmas (21,29 %). Diese Zahlen zeigen, dass die Ausländer in Spanien nach Sonne und Strand suchen.
Der Aufschwung und die wachsende Bedeutung ausländischer Investitionen in Immobilien wird deutlich, wenn man die Jahre 2021 und 2022 miteinander vergleicht. Im dritten Quartal dieses Jahres wurden in Alicante rund 74 % mehr Immobilien an ausländische Käufer verkauft als im gleichen Zeitraum des Jahres 2021. Auch Valencia mit einem Zuwachs von 60 % im Vergleich zum Vorjahr und Málaga mit 51 % mehr Verkäufen an Ausländer stechen hervor.
Was die autonomen Regionen betrifft, so haben 14 der 17 Regionen im dritten Quartal einen prozentualen Anstieg verzeichnet. Am stärksten vertreten waren im dritten Quartal die Kanarischen Inseln (33,69 %), die Balearen (31,46 %), Valencia (28,34 %), Murcia (23,38 %), Andalusien (17,76 %) und Katalonien (15,29 %). Einige dieser Regionen haben in den letzten Jahren den höchsten Prozentsatz an Käufen durch Ausländer verzeichnet.