Wohnungsübergabe: So geben Sie die Schlüssel an Ihren Vermieter zurück

Dies sollten Sie bei Beendigung des Mietverhältnisses und der Schlüsselübergabe beachten / Pixabay
Dies sollten Sie bei Beendigung des Mietverhältnisses und der Schlüsselübergabe beachten / Pixabay

Viele Mieter in Spanien glauben, dass man bei der Schlüsselübergabe bei Beendigung des Mietverhältnisses nichts falsch machen kann. Dennoch kann dabei einiges schief gehen: Sie könnten die Kaution nicht zurückerstattet bekommen oder, noch schlimmer, Ihr Mietvertrag wird ungewollt verlängert. Die Rückgabe der Schlüssel ist wahrscheinlich einer der nervenaufreibendsten Momente eines Mietverhältnisses, da sowohl Mieter als auch Vermieter viel zu verlieren haben, wenn nicht alles vorschriftlich abläuft.

Wir haben bereits ausführlich erklärt, welche Möglichkeiten es gibt, einen Mietvertrag in Spanien formell zu beenden. An dieser Stelle sei noch einmal betont, dass mündliche Absprachen, Anrufe, E-Mails, SMS, WhatsApp, Social Media-Nachrichten usw. keine gültigen Wege sind, einen Mietvertrag zu kündigen. Dies muss förmlich und nach einem festgelegten rechtlichen Verfahren erfolgen. Wenn Sie dabei etwas falsch machen, kann das für Sie als Mieter rechtliche und finanzielle Folgen haben.

Die förmliche Kündigung des Vertrages ist notwendig für die Rückerstattung der Kaution und um eine stillschweigende Verlängerung zu vermeiden, die Ihren Mietvertrag in Spanien um weitere 3 Jahre verlängern könnte.

Wenn Sie Ihrem Vermieter die Kündigung per Einschreiben zukommen lassen, wird eine Frist für die Schlüsselrückgabe festgelegt. Dies ist in der Regel der letzte Tag, der in Ihrem Mietvertrag angegeben ist.

Ihr Vermieter (oder sein Vertreter – in der Regel ein Immobilienmakler) wird vor Ort sein, um die Schlüssel entgegenzunehmen („entrega“ auf Spanisch). Beachten Sie dabei folgende Punkte:

  • Inventar: Wenn Sie die Immobilie möbliert gemietet haben und der Möbelbestand nicht im Anhang des Mietvertrages aufgeführt wurde, müssen Sie die komplette Wohnung mit dem Makler zusammen überprüfen, um sicherzustellen, dass sämtliche Haushalts- und Küchengeräte in gutem Zustand sind, wie z. B. Klimaanlage, Waschmaschine, Kühlschrank, Trockner, Poolpumpe usw. Wenn alles in Ordnung ist, bestätigen sowohl Sie als auch der Makler mit Ihrer Unterschrift auf jeder Seite, dass die Wohnung in perfektem Zustand übergeben wurde. Vergewissern Sie sich, dass dieses Dokument das aktuelle Datum enthält sowie die Ausweisnummer des Maklers (DNI bei Spaniern oder Reisepassnummer bei Ausländern).
  • Rechnungen: Als Mieter wird von Ihnen in der Regel erwartet, dass Sie die Rechnungen für Wasser, Strom, Gas, Internet usw. bezahlen. Stellen Sie sicher, dass alle Rechnungen bezahlt sind, damit der Vermieter nicht einen Teil der Kaution einbehält, um damit die ausstehenden Rechnungen zu begleichen. Der Makler muss die Rechnungskopien, die Sie ihm vorlegen, unterschreiben und Sie sollten sie in Ihren Unterlagen aufbewahren. Sollten Rechnungen offenstehen, müssen Sie verhandeln, wie diese zu bezahlen sind.
  • Schlüssel: Die Schlüssel und deren Kopien sind an diesem Tag dem Vermieter oder seinem Vertreter zurückzugeben. Sie können sie nicht einbehalten. Sollten Sie dies tun, wurde die Immobilie nicht übertragen, was schwerwiegende rechtliche Folgen haben könnte. Vorsicht bei Vermietern, die angeben, dass sie an diesem Tag keine Zeit haben und dass Sie die Schlüssel unter die Fußmatte legen oder in den Briefkasten werfen können. In diesem Fall existiert kein rechtswirksamer Beleg dafür, dass Sie die Schlüssel zurückgegeben haben. Beide Vertragsparteien müssen schriftlich bestätigen, die Schlüssel zu einem bestimmten Datum zurückgegeben bzw. erhalten zu haben.

Wir empfehlen Ihnen, einen rechtswirksamen Schriftsatz aufzusetzen, der mehrere Klauseln zu den oben genannten Punkten enthält, der von beiden Vertragsparteien auf allen Seiten unterschrieben und mit dem Datum verzeichnet werden muss.

Wenn Sie die Mietwohnung in gutem Zustand zurückgegeben haben und der Vermieter oder sein Vertreter keine Einwände erhebt (z. B. Schäden an der Immobilie) und alle Dokumente unterzeichnet hat, gibt es keinen Grund, Ihnen die ein- oder zweimonatige Kaution (je nach Mietvertrag) nicht unverzüglich und vollständig zurückzuzahlen.

Die Vermieter haben nach der erfolgten Schlüsselübergabe nur 30 Tage Zeit, um die Kaution zurückzuzahlen. Sollte der Vermieter dafür länger benötigen, versucht er wahrscheinlich, die Kaution einzubehalten und Sie werden gezwungen sein, sich mit einem Anwalt in Verbindung zu setzen. Diesem müssen Sie eine Kopie der oben genannten unterschriebenen Dokumente sowie die Inventarliste vorlegen. Einige Vermieter behalten gerne die Kaution unter dem Vorwand ein, sie erst zurückzuerstatten, wenn Sie nicht mehr in Spanien sind. Lesen Sie Kommentare von anderen Mietern in den sozialen Netzwerken, um solche Vermieter zu vermeiden.

Was tun, wenn ein Vermieter sich weigert, die Schlüssel zurückzunehmen oder sich Ausreden ausdenkt, um den Termin platzen zu lassen?

Das kommt seltsamerweise häufig vor. Ein Grund dafür könnte sein, dass der Vermieter so versucht, eine automatische, stillschweigende Vertragsverlängerung zu provozieren, damit Sie weiter Miete zahlen, oder weil er nicht damit einverstanden ist, dass Sie den Vertrag kündigen.

In solchen Fällen, wenn Sie sicher sind, dass Sie dazu berechtigt sind, von Ihrem gesetzlichen Kündigungsrecht Gebrauch zu machen, können Sie die Schlüssel bei einem Notar hinterlegen. Dies wird auf Spanisch „consignación“ genannt. Auf diese Weise schaffen Sie einen rechtlichen Beweis dafür, dass Sie sich tatsächlich an das Vertragsende gehalten haben, indem Sie die Schlüssel rechtzeitig zurückgegeben haben. Der Notar ist dazu verpflichtet, die Schlüssel an den Vermieter weiterzuleiten. Sollte es zu einem Gerichtsverfahren kommen, weil der Vermieter sich weigert, die Kaution zurückzuerstatten und Sie die Beendigung des Mietvertrages einklagen müssen, wird der Richter feststellen, dass der Vermieter vertragswidrig gehandelt hat. Ganz allgemein geht es darum, rechtliche Beweise gegen Ihren Vermieter zu sammeln, die belegen, dass er mit bösen Absichten gehandelt hat (abgesehen davon, dass Sie sie als Druckmittel zu Ihren Gunsten einsetzen können, damit es erst gar nicht zu einem Gerichtsverfahren kommt).

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