Der Kauf einer Immobilie in Spanien kann zuweilen nervenaufreibend sein / Gtres
Der Kauf einer Immobilie, und noch dazu in einem fremden Land, kann so einiges Kopfzerbrechen hervorrufen. Daher nennen wir Ihnen hier die wichtigsten Punkte, die Sie beim Kauf einer Immobilie in Spanien beachten sollten:
- Legen Sie ein Budget fest. Der allererste Schritt besteht darin, ein Budget für den Kauf festzulegen. Dies hängt zum einen von Ihren Ersparnissen ab und davon, wie viel Sie finanzieren können oder möchten. Sollten Sie für den Kauf ein Darlehen aufnehmen, beachten Sie, dass die monatliche Rate höchstens 35%-40% Ihres monatlichen Netto-Einkommens betragen sollte.
- Welche Zahlungsmethode kommt in Frage? Hier bestehen verschiedene Möglichkeiten:
- Barzahlung: Der Kaufpreis wird komplett in bar an den Verkäufer gezahlt. Dies geschieht normalerweise anhand eines Schecks, der bei Unterzeichnung des Kaufvertrages an den Verkäufer ausgehändigt wird.
- Hypothekenkredit: Als Garantie fungieren normalerweise die Immobilie selbst, die erworben wird, sowie bestehende oder zukünftige Immobilien des Käufers. Je Nach Alter des Käufers, akzeptieren die spanischen Banken Laufzeiten von bis zu 40 Jahren bei einer Finanzierung von bis 80% des Kaufpreises (die restlichen 20% müssen vom Käufer aufgebracht werden).
- Bestehendes Darlehen übernehmen: Dabei übernimmt eine Person ein bestehendes Darlehen und tritt gegenüber der Bank an die Stelle des Schuldners. Dies müssen Sie bei derselben Bank beantragen, bei der das aktuelle Darlehen besteht. Diese Art der Finanzierung bietet den Vorteil, dass die Kosten für ein neues Hypothekendarlehen entfallen. Der Nachteil besteht darin, dass Sie sämtliche Bedingungen der bestehenden Hypothek wie Laufzeit und finanzielle Bedingungen übernehmen müssen.
- Eine Objektart auswählen. Sie müssen entscheiden, ob Sie eine Neubau-Immobilie oder eine Bestandsimmobilie kaufen möchten. Wählen Sie die Option aus, die sich am besten an Ihre Bedürfnisse anpasst.
- Wählen Sie einen Verkäufer aus. Wenn feststeht, wo Sie Ihre Immobilie kaufen möchten, sind Sie schon einen großen Schritt weiter. Bedenken Sie, dass die Verhandlungen und die Kaufabwicklung sehr davon abhängen können, von wem Sie die Immobilie erwerben: Privatverkäufer, Immobilienmakler, Bauträger oder Bank.
- Besichtigen Sie die Immobilie und reden Sie mit den anderen Eigentümern. Halten Sie während der Besichtigung alles schriftlich fest, vermessen Sie die verfügbaren Flächen und machen Sie Fotos von allem, was Ihnen wichtig erscheint. Achten Sie auf die Aufteilung der Räume, die Ausrichtung der Immobilie, die Lüftung von Bad und Küche, die Schlösser und Fenster, den Zustand der elektrischen Installation, das Umfeld, eventuelle Lärmquellen. Nutzen Sie die Gelegenheit, um nach dem Energieausweis zu fragen.
- Unterbreiten Sie Ihr Angebot.
- Begeben Sie sich zum Katasteramt (Registro de Propiedad), um sämtliche Daten über die Immobilie zu erfahren und so Ihren Preis anpassen zu können.
- Stellen Sie sicher, dass die Finanzierung, falls nötig, steht.
- Besichtigen Sie erneut die Immobilie.
- Unterschreiben Sie den Anzahlungsvertrag (contrato de arras). Dies ist der erste Vertrag, der bei einem Immobilienverkauf unterschrieben wird und dient dazu, die Rechte von Käufer und Verkäufer zu schützen. Bei der Unterzeichnung muss der Käufer normalerweise eine Anzahlung von bis zu 10% des Kaufpreises leisten. Als Gegenleistung gewinnt er das Recht, dass die Immobilie an ihn verkauft und übergeben wird. Sollte der Käufer vom Vertrag zurücktreten, muss er die Anzahlung komplett erstatten.
- Unterzeichnung des Kaufvertrages (escritura). Bei diesem Schritt erklären Käufer und Verkäufer in Anwesenheit eines Notars durch Unterschrift des Kaufvertrages ihren Willen, die Immobilie zu kaufen bzw. verkaufen. Außerdem enthält das Dokument sämtliche Kaufbedingungen. Eine Beschreibung der Immobilie, mögliche Lasten, der vereinbarte Kaufpreis, die Zahlungsmethode, die entsprechenden anfallenden Steuern und die Aufteilung der Kosten sollten aufgeführt sein. Stellen Sie auch sicher, dass der Käufer Ihnen folgende Dokumente übergibt:
- Energieausweis
- Zahlungsbeleg über die letzte Immobiliensteuer (IBI)
- Zahlungsbeleg der Eigentümergemeinschaft
- Kaufnebenkosten und Steuern. Die hauptsächlichen Nebenkosten beim Kauf einer Immobilie in Spanien bestehen aus der Grunderwerbsteuer (ITP) und der Mehrwertsteuer (IVA), den Notargebühren, den Registrierungsgebühren im Katasteramt und den mit der Finanzierung verbundenen Kosten.
- Melden Sie die Hauptversorgung (Strom, Wasser, Gas) bei den jeweiligen Anbietern um.
- Heben Sie sämtliche Unterlagen sorgfältig auf.
- Nahmen Sie die Schlüssel Ihrer neuen Immobilie in Empfang!