IRPF 2018: Steuervergünstigungen für den Kauf eines Eigenheims auch bei Mietkauf

Steuervergünstigungen beim Mietkauf in Spanien / Gtres
Steuervergünstigungen beim Mietkauf in Spanien / Gtres
30 April 2019, Redaktion

Der Oberste Gerichtshof von Spanien hat in einem kürzlich ergangenen Urteil entschieden, dass für den Mietkauf gezahlte Beträge in der Einkommensteuererklärung als Investition in Wohneigentum einbezogen werden können. Das bedeutet, dass der Gerichtshof diese Art von Mietvertrag mit dem konventionellen Kauf einer Neubau-Immobilie gleichsetzt. Die Richter sind der Auffassung, dass in beiden Fällen eine Immobilie für den gewöhnlichen Aufenthalt erworben wird, so dass der Steuerpflichtige von der Vergünstigung für den Kauf profitieren kann. Dazu müssen lediglich die entsprechenden Angaben in der Einkommensteuererklärung (IRPF) ausgefüllt werden.

Obwohl die Abzüge für Investitionen in eine Hauptwohnung ab dem 1. Januar 2013 abgeschafft wurden, wenden einige autonome Gemeinschaften weiterhin diese Abzüge an, die von den Steuerzahlern auf die jährlich für den Kauf eines Eigenheims gezahlten Beträge angewendet werden können.

„Der Artikel 55 der spanischen Einkommensteuerverordnung, der bis zum 1. Januar 2013 gültig war, verband den Kauf eines Eigenheims mit seinem Bau, wobei der Steuerzahler die mit der Ausführung der Arbeiten verbundenen Kosten übernimmt oder dem Bauherrn entsprechende Geldbeträge überweist. Und dies vorausgesetzt, dass diese Arbeiten innerhalb von vier Jahren nach Investitionsbeginn abgeschlossen werden“, erklärt José María Salcedo, Partner der Anwaltskanzlei Ático Jurídico.

Der Oberste Gerichtshof stellt klar, dass die Absicht, die Immobilie endgültig als den gewöhnlichen Wohnsitz zu erwerben, klar ersichtlich sein muss. Denn nur so kann davon ausgegangen werden, dass die Zahlung der Mieten tatsächlich für den Erwerb eines Eigenheims gedacht ist.

In dem Fall, der dem Obersten Gerichtshof vorlag, hatte ein Steuerzahler einen Vertrag mit einer Genossenschaft unterzeichnet, in dem er sich dazu verpflichtete, nach 10 Jahren zur Miete das Kaufrecht auszuüben.

Während dieser Zeit war jeder „Teilhaber“ der Genossenschaft verantwortlich für die Zahlung der Hypothekenrate, die seinem Anteil der Immobilie entsprach. Die Zahlung dieser Hypothek erfolgte über die Miete. Die Genossenschaft war ihrerseits dazu verpflichtet, das Eigentum nicht auf eine andere Person als den Teilhaber der Genossenschaft zu übertragen, sofern dieser die Mietzahlungen erfüllte. Und dies in Übereinstimmung mit einem von der autonomen Gemeinschaft Madrid verabschiedeten Dekret, das verschiedene Rechtsinstrumente für den Erwerb von Wohneigentum vorsieht.

„All dies führt den Obersten Gerichtshof zu dem Schluss, dass die Anmietung der Wohnung mit der Absicht erfolgte, sie als Eigentum zu erwerben, so dass die als Miete gezahlten Beträge auf die Zahlung des Kaufpreises der Wohnung angerechnet werden. Meiner Ansicht nach ermöglicht diese Entscheidung die Überlegung, dass im Falle des Mietkaufs, wenn eine klare Absicht besteht, die Immobilie zu erwerben, die gezahlten Beträge als ,Erwerb von Wohneigentum’ anzusehen sind. Und selbst dann, wenn die Kaufoption noch nicht ausgeübt wurde“, so Rechtsanwalt Salcedo.

Folgen des Urteils für den Steuerzahler

Salcedo versichert, dass die Steuerzahler nicht von diesem Abzug profitieren können, selbst wenn sie mit der Zahlung der Miete vor dem 1. Januar 2013 begonnen haben.

Immerhin ermöglicht das Urteil des Obersten Gerichtshofs regionale Steuervergünstigungen für Investitionen in Immobilien, die dem gewöhnlichen Aufenthalt dienen. „Es scheint möglich, dass Mieten, die vor Ausübung der Kaufoption gezahlt wurden, auch als für den Kauf aufgewendete Beträge anzusehen“, fügt der Anwalt hinzu.

So können beispielsweise Steuerzahler, die 2015 einen Mietkauf abgeschlossen haben und die Ausübung der Kaufoption im Jahr 2020 planen, die gezahlten Mieten als Investition in ein Eigenheim anführen und so die Steuerabzüge der autonomen Gemeinschaft, die ihnen in der Einkommensteuererklärung 2018  zustehen würden, in Übereinstimmung mit den Vorschriften der autonomen Gemeinschaft, in der sie wohnen, anwenden.

Sollten die Steuerzahler in den Vorjahren keine Abzüge in ihrer Einkommensteuer vorgenommen haben, können sie eine Berichtigung der Angaben und die Rückerstattung der ungerechtfertigten Steuern der letzten vier Jahre beantragen, wie José María Salcedo erläutert.

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