Der Boom auf dem spanischen Mietmarkt schwächt ab: Preise sinken im 3. Quartal 2018 um 1,3%

Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Mieten um 12,6%
Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Mieten um 12,6%
24 Oktober 2018, Redaktion

Der Preis für Mietwohnungen in Spanien ist im dritten Quartal 2018 um 1,3% gesunken und erreichte einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 10,60 Euro/Monat. Dies geht aus einem Bericht über die Entwicklung der spanischen Mietpreise hervor, das vom Immobilienportal idealista veröffentlicht wurde. Im Jahresvergleich stiegen die Preise dennoch um 12,6%.

Für Fernando Encinar, Leiter der Marktforschung bei idealista, „bestätigen die Daten, dass trotz des weit verbreiteten Glaubens keine Blase auf dem Mietmarkt existiert. Per Definition kann sich auf dem Mietmarkt keine Blase bilden, da diese nur entstehen, wenn Vermögenswerte (Häuser, Bitcoins, Tulpen usw.) zu einem erhöhten Preis mit der Hoffnung gekauft werden, dass sie kurzfristig aufgewertet werden. Auf dem Mietmarkt sind die Preise aufgrund eines Ungleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage gestiegen.“

Außerdem fügt er hinzu: „Wir haben zum Ende des Sommers gesehen, wie sich die Mietpreise in ganz Spanien normalisiert haben. Wenn wir in die Hauptstädte schauen, sinken die Mieten in fast der Hälfte der analysierten Märkte und steigen in den restlichen Gegenden nur moderat. In Barcelona, wo die Mieten am teuersten sind, sanken die Preise bereits um 5,5% gegenüber dem Vorjahr. In Madrid stiegen die Preise im Vergleich zum Vorjahr um 7,4% und lagen damit weit entfernt von den zweistelligen Wachstumsraten der Vorquartale.“

„Die von der Regierung des spanischen Ministerpräsidenten Sanchez vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verbesserung der Situation auf dem Mietmarkt, wie zum Beispiel die Förderung von Sozialwohnungen, könnten auf dem Markt vielleicht erst Wirkung zeigen, wenn das Problem bereits nicht mehr besteht. Der Bau von 20.000 staatlichen Mietwohnungen wird Ressourcen und Zeit benötigen und möglicherweise nicht das erwartete Ergebnis bringen, da die erste Wohnung erst in 3-4 Jahren auf den Markt kommen wird.“

„Die beste Sozialpolitik für Mietwohnungen ist es, Anreize zu schaffen, leerstehende Wohnungen auf den Markt zu bringen. Dies kann am besten durch stabile und zuverlässige gesetzliche und steuerliche Rahmenbedingungen erreichen, die die Tausenden von Eigentümern dieser leerstehenden Immobilien dazu ermutigen, sie zu vermieten. Zwangsmaßnahmen, wie wir sie in Paris und Berlin gesehen haben, funktionieren nicht.“

Autonome Gemeinschaften

In 8 Autonomen Gemeinschaften wurden höhere Preise als vor drei Monaten verzeichnet. Der größte Anstieg registrierte Galicien, wo die Mieten um 3,4% stiegen. Es folgen die Preisanstiege in Navarra (2,7%), Madrid (2,6%), La Rioja (1,7%) und im Baskenland (1,2%). Der größte Rückgang wurde dagegen auf den Balearen beobachtet, wo die Erwartungen der Vermieter um 9% sanken.

Madrid (15,30 Euro/m2) ist die teuerste Autonome Gemeinschaft. Es folgen Katalonien (14,70 Euro/m2) und die Balearen (13,50 Euro/m2), gefolgt vom Baskenland (11,90 Euro/m2). Am unteren Ende der Tabelle liegen Extremadura (4,20 Euro/m2), Kastilien-La Mancha (4,90 Euro/m2) und La Rioja (5,80 Euro/m2), wo es besonders günstig ist, eine Immobilie zu mieten.

Provinzen

In 18 der insgesamt 50 spanischen Provinzen sind die Mietpreise im Sommer gestiegen. Den größten Anstieg verzeichnete Pontevedra, wo die Preise um 9% stiegen. Die Anstiege in Valladolid (7,5%), Alicante (3,7%), Toledo (3,5%), Navarra (2,7%), Zamora und Madrid (jeweils 2,6%) waren ebenfalls relevant. Der stärkste Rückgang wurde in Huelva verzeichnet (-11,6%), gefolgt von den Balearen (-9%), Segovia (-5,8%) und Cordoba (-5,7%).

An der Spitze der teuersten Provinzen stehen Barcelona (16 Euro/m2 pro Monat), Madrid (15,30 Euro/m2) und Guipúzcoa (14,20 Euro/m2). Jaén ist mit monatlich 3,90 Euro/m2 die günstigste Provinz, um eine Immobilie zu mieten. Es folgen Cáceres (4 Euro/m2), Zamora und Ávila (jeweils 4,30 Euro/m2).

Provinzhauptstädte

In Valladolid haben die Eigentümer die Mieten Ihrer Immobilien um 7,4% erhöht. In Pontevedra betrug der Anstieg 4,5%, während er in Sevilla bei 4,4% lag. Bedeutend war auch der Anstieg in Avila, wo die Mietpreise um 4,1% anstiegen. Segovia hingegen weist den größten Rückgang unter den 21 Provinzhauptstädten auf; hier sanken die Mieten um -5,8%. Dahinter lagen die Rückgänge in Murcia (-4,7%) und Salamanca (-4,3%).

Barcelona ist die spanische Provinzhauptstadt mit den teuersten Mieten (17,30 Euro/m2), gefolgt von Madrid (16,40 Euro/m2) und San Sebastian (15,60 Euro/m2). Am unteren Ende der Tabelle liegen Zamora, die günstigste Provinzhauptstadt, mit einem Preis von 4,30 Euro/m2, gefolgt von Cáceres mit 4,60 Euro/m2 und Ciudad Real (4,90 Euro/m2).

Der Immobilienpreisindex von idealista

idealista ist derzeit der meistgenutzte Immobilien-Marketplace in Spanien, um Immobilien zu kaufen, verkaufen, zu mieten oder vermieten. Die Marktforschung von idealista analysiert anhand der Daten von Tausenden Immobilien, die auf dem Portal angeboten werden, seit 2000 die Preise des spanischen Immobilienmarktes. Dank der gesammelten Erfahrung von 18 Jahren hat sich idealista mittlerweile zur wichtigsten Quelle für zahlreiche Analyse-Teams von Bank- und Finanzunternehmen sowie öffentlichen Institutionen entwickelt.

Für die Erstellung des Immobilienpreisindex von idealista wurden insgesamt 65.142 Immobilien analysiert, die im September 2018 auf dem Immobilienportal zur Miete angeboten wurden. Um die Genauigkeit der Daten zu gewährleisten, wurden jene Objekte aus der Stichprobe entfernt, deren Preise außerhalb des Marktes lagen, sowie Einfamilienhäuser, da ihre Anwesenheit den Preis in einigen Bereichen verzerrte. Für Gemeinden mit weniger als 50 Objekten liegen ebenfalls keine Statistiken vor, da die Stichprobe nicht ausreichend ist. Der Immobilienpreisindex von idealista wird mit Angebotspreisen im Verhältnis zur Grundfläche erstellt.

Sehen Sie hier den vollständigen Bericht (auf Spanisch)

Sind Sie bereit, Ihr Traumhaus zu finden?

Sind Sie bereit, Ihr Traumhaus zu finden?

Finden Sie bei idealista Immobilien zum Verkauf und Langzeitmieten